Die Kampagne ist beendet – wir machen weiter!

Hier folgen nun drei Texte zum Abschluss unserer Kampagne. Vom Unterstützerkreis zur Infomation, von Abdo und von Abdos Pflegeeltern.

1. Liebe Unterstützer_innen, liebe Spender_innen, liebe Sympathisant_innen,

wir freuen uns, euch nach vielen organisatorischen Abklärungen über diesen wichtigen Schritt zur Unterstützung von Abdos Familie informieren zu können!

Abdos Familie nach Deutschland zu holen, unser ursprüngliches Ziel der Kampagne, haben wir nicht erreicht – die bürokratischen Hürden waren für uns zu hoch, hinzu kam, dass persönliche Lebenssituationen der Aktiven des Unterstützerkreises auf verschiedenen Ebenen im Umbruch waren. Über Abdo bleiben wir dennoch auch weiterhin mit seiner Familie in Syrien verbunden und haben in den letzten Monaten nach einem gangbaren Weg gesucht, wenn die Familie schon nicht nach Deutschland kommen kann, sie doch mit den Spendengeldern der Kampagne in Syrien vor Ort zu unterstützen.

Wir konnten dazu mit der derzeitigen Geschäftsführung von Einhorn gGmbH und der Hilfe eines Steuerberaters klären, dass alle Spendengelder auf ein Treuhandkonto überwiesen werden. Mit Einhorn und dem gesamten Unterstützerkreis sind wir übereingekommen, die seit 2017 gesammelte Summe ausschließlich den Kindern der Familie Arabo in monatlichen Teilbeträgen (50€ pro Kind) – zweckgebunden für die Ausbildung der Kinder – zukommen zu lassen. Die erste Rate wurde bereits überwiesen und so soll Abdos Familie für die kommende Zeit finanzielle Unterstützung erhalten.

Unsere Kampagne ist somit mit ihren Aktivitäten und ihrem Engagement zu ihrem Ende gekommen. Wir selbst sind dankbar, Abdos Familie dennoch auf diesem Weg weiterhin unterstützen zu können.

Wir danken euch, die ihr unsere Kampagne finanziell und ideell unterstützt habt. An dieser Stelle sei auch noch einmal dem Träger Einhorn gGmbH gedankt, der die ganzen Jahre uns mit unserem Anliegen begleitet hat. Und wir möchten auch den Dank von Abdos Mutter hier mit euch allen teilen:

“Merci à tous.

Je ne sais pas quoi dire s’il vous plait dîtes les amis de Abdo merci beaucoup.

Mohamed peut aussi donc étudier à Alep car l’éducation à Alep est bienne.

Merci beaucoup.“

„Danke an alle.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Bitte richten Sie den Freunden von Abdo meinen Dank aus.

Mohamed kann nun auch in Aleppo zu Schule gehen, weil die Ausbildung in Aleppo gut ist.

Danke vielmals.“

Euer Unterstützerkreis

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2. Liebe Familien, Freunde und Unterstützer,

im Namen meiner Familie, danke ich euch für eure Spenden. Klar, wir haben es leider nicht geschafft, sie hierher zu holen, doch ich bin für jede/jeden die/der geholfen hat so dankbar, genauso, als wären sie mit eurer Hilfe hier gewesen. Danke nochmal für das Geld, das ihr gespendet habt, das meinen Geschwistern das ermöglichen kann, für sie zur Schule zu gehen, dass ihr sie in diesem Krieg finanziell unterstützt.

Die Lage in Syrien ist immer noch schwierig und wird jeden Tag schlimmer. Ich wünschte dieser Krieg wäre einfach zu Ende und keiner flüchtet aus Syrien mehr, doch keiner weiß, wie lange diese graue Wolke da bleibt. Ich versuche immer noch, meine Familie hierher zu holen, aber als „ersten Schritt“ haben wir wirklich viel erreicht, wofür die Familie und ich euch sehr dankbar sind.

Bleibt gesund und Liebe Grüße

Euer Abdo

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3. Liebe UnterstützerInnen, liebe Familien, liebe Wahlfamilien

In diesen Zeiten, in der wir dem Ende des zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren gedenken, in der wir uns dazu in einer unerwarteten Krise befinden und verunsichert sind, wie selten zuvor, denken wir insbesondere an Abdos Familie.

Wir, seine Pflegeeltern, sind – seitdem wir Abdo kennen – sehr verbunden mit seiner Familie in Syrien. Erleben seit 2015 mit, wie die Kinder in Syrien wachsen und erwachsen werden. Freuen uns über die Geburt von Abdos erster Nichte und dass seine jüngste Schwester mit drei Jahren bereits Tante wurde.

Jedes einzelne seiner Geschwister ist uns ans Herz gewachsen. Über jedes Kind könnten wir berichten.

Abdos Mutter und ich , seine deutsche Pflegemutter, sind über alle Grenzen hinweg Freundinnen geworden. Wir haben uns in all den Jahren die Sorge und Freude um Abdo geteilt.

Abdos Eltern haben mir und meinem Mann vertraut, so dass wir uns mit bestem Gewissen um Abdo kümmern konnten. Dafür sind wir sehr dankbar.

Abdo wohnt inzwischen nicht mehr bei uns, doch natürlich bleiben wir ein Teil seiner Familie. Er hat nun, wie er selber sagt, eine syrische und eine deutsche Familie. Wir schreiben uns, informieren uns über Familienereignisse und immer wieder gibt es diesen überaus großen Wunsch einander endlich persönlich zu treffen. Die syrische Familie betet für den Frieden und auch wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir das Wiedersehen von Abdo und seiner Familie und auch das Kennenlernen von Abdos syrischer und deutscher Familie noch erleben werden.

Wir sind außerdem sehr dankbar für diese wunderbaren Menschen, die mit uns den Unterstützerkreis gebildet haben. Viele aus unserem Kreis wohnen nun nicht mehr in Berlin und dennoch bleiben auch wir verbunden. Es waren intensive Jahre, in denen wir mit vielen Ideen versucht haben eine Familie zusammen zu bringen, in der wir Freude und auch Frustration erlebt haben. Diese Zeit hat uns geprägt. Wir waren oft resigniert und haben uns angesichts der hohen Hürden, die die Politik uns gestellt hat, häufig ohnmächtig gefühlt. Wie gerne hätten wir Abdo und seiner Familie gute Nachrichten überbracht! Wir haben uns jedoch auch miteinander immer wieder sehr gefreut über all die kreativen Ideen und Aktionen, die im Rahmen der Kampagne entstanden sind. Insbesondere Iru Mun und die Musiker*innen mit denen er arbeitet,  seien erwähnt, denn sie haben für beträchtliche Spendensummen gesorgt. Auch die Kinder, die ihr Taschengeld für Abdos Familie gespart haben und auch die, die in der Nachbarschaft selbstgebackene Kekse verkauft haben. All die Paten/ Patinnen, die einen Dauerauftrag eingerichtet haben, werden wir nicht vergessen. All diese Menschen machen Mut und verbreiten Hoffnung auf eine bessere Welt. All diese Menschen sind nun zu unserer Wahlfamilie geworden.

Meine Eltern gehörten auch zu den Paten und mein Vater schrieb 2018 ein paar Monate vor seinem Tod für unseren Blog: „ (…..) wir haben Abdo als liebenswerten, freundlichen und hilfsbereiten Jungen bei seinen Besuchen kennengelernt. Durch seine offene Art hat er sofort den Zugang zu unseren Herzen gefunden. Wir sind jetzt seine Oma und Opa. Abdo ist sehr unglücklich ohne seine Eltern und Geschwister. Und da wir einen glücklichen Abdo haben möchten, unterstützen wir die Aktion „Abdos Familie“. Christel und Heinz“

In diesem Sinne werden wir weitermachen – auch wenn diese Kampagne „Abdos Familie“ jetzt abgeschlossen ist.

Wir werden weiterhin Freude und Sorgen als Familie und Wahlfamilie teilen und wir werden hoffen und beten, dass unsere aller größter Wunsch nach Frieden sich erfüllen wird.

Wir werden unbequem bleiben und immer wieder die Menschen um uns herum, die sich in ihrem Wohlstand eingerichtet haben, daran erinnern, dass schon kleine Gesten der Menschlichkeit und Solidarität helfen können, dass Leid in der Welt zu verkleinern.

Wir erleben gerade hautnah, wie schnell und unverhofft sich unser aller Leben ändern kann und wenn dieser verdammte Virus für etwas gut sein kann, dann vielleicht, dass wir alle wieder ein wenig empathischer werden mit unseren Mitmenschen.

Herzliche Grüße, insbesondere heute an alle Mütter, Pflegemütter, Adoptivmütter, Wahlmütter, Großmütter aller Länder!

Andrea und Peter

Bild von einer der Schwestern, sie hat einen Teil der Familie gezeichnet.

P.S. Wer Abdo und seine Familie weiterhin unterstützen möchten, schreibe gerne eine Mail an: abdosfamilie@gmail.com

Ein Kommentar

  1. Habe Abdo persönlich kennengelernt wurde von Opa Heinz voll akzeptiert und hoffe das er seine Ausbildung abschließen kann und er dann in sein Heimatland. –
    nach Ende des Krieges -zurückkehren kann bin gespannt

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