Warum unterstütze ich Abdos Familie?

familie-vereintAbdo ist als Minderjähriger alleine von Syrien nach Deutschland gekommen. Das ist für mich unfassbar. Auch wenn inzwischen so viele junge Menschen nach Deutschland gekommen sind und ich davon inzwischen abgestumpft sein könnte. Ich finde es unfassbar. In Berlin hat er Pflegeeltern gefunden. Andrea und Peter. Besser hätte er es nicht treffen können. Wieder unfassbar. Ein unfassbares Glück.
Ich habe diesen Prozess des Kennenlernens und der Entscheidung, Abdo aufzunehmen, durch Andreas Erzählungen mitgekriegt. Und war schon drauf und dran zu denken „Wie schön, dann ist ja jetzt alles gut.“ Dass Abdo aber nicht nur eine Pflegemutter in Berlin hat, sondern in Syrien auch eine leibliche Mutter, einen Vater und sechs Geschwister, das habe ich erst später erfahren. Und wieder finde ich es unfassbar. Dass Abdo in Syrien eine Familie hat. Dass seine Familie in Syrien in immenser Gefahr lebt. Wie kann man dies vereinen? Selbst in Sicherheit zu sein, Menschen gefunden zu haben, die einen aufnehmen, ja zu einem sagen, so viel Unterstützung anbieten. Und auf der anderen Seite, die liebsten Menschen in Gefahr zu wissen. Wie lebt Abdo damit? Und die Frage zwingt sich auf: Wie lebe ich damit? Dass ich so viel Sicherheit, Geborgenheit, Unterstützung als so selbstverständlich erfahre und gleichzeitig weiß: so viele Menschen leben in so großer Gefahr, sind so akut bedroht. Ich kann die Welt nicht retten, aber ich kann hier ganz konkret EINE Familie unterstützen, zu der ich über ein paar Ecken einen Bezug habe.

Anna von Schrottenberg (Schauspielerin und Theaterpädagogin)

Ein Kommentar

  1. Ich kenne Andrea und Peter schon eine gute Weile und dadurch habe ich natürlich auch den ganzen Prozess um die Aufnahme Abdos mitbekommen. Und wie extrem sich das Leben für alle drei seitdem verändert hat. Der Krieg ist plötzlich nicht mehr in einem weit entfernten Land, sondern auch für Andrea und Peter in den eigenen vier Wänden angekommen. Und Abdos Glück in diese hochengagierte, liebevolle Pflegefamilie gekommen zu sein, bringt ihn gerade deswegen täglich in eine kaum auszuhaltende Zerissenheit.
    Mir auch nur für kurze Zeit vorzustellen, alle meine Liebsten würden weit weg und unter ständiger Lebensgefahr, unter menschenunwürdigen Zuständen leben, ist mehr als grauenhaft. Und daher ist es für mich selbstverständlich, diese Kampagne, wenn schon nicht mit persönlichem Einsatz, dann zumindest mit einem Dauerauftrag zu unterstützen.
    Und ich hoffe wirklich ganz ganz doll, dass dies auch andere tun, denn auch die unwahrscheinlichsten Dinge sind möglich, wenn sich nur genug dafür engagieren.
    Und Andrea und Peter und Abdo sind ein wunderbares Beispiel dafür.

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